PMS Symptome Behandlung

PMS Typen

Auch wenn sich bei jeder Frau mit PMS jeweils unterschiedliche PMS Symptome einstellen, die sich außerdem im Schweregrad, der Dauer und der Ausprägung individuell voneinander unterscheiden, so lassen sich die Beschwerden meistens doch in einer von vier großen Gruppen zusammenfassen. Denn oft, wenn auch nicht immer, ist es so, dass bestimmte Symptome gemeinsam auftreten. Unterteilt werden die PMS-Typen nach den Merkmalen, die bei den Betroffenen am stärksten ausgeprägt sind, die also die Frauen am meisten belasten.

Diese Einteilung der verschiedenen Typen von PMS hilft Gynäkologen und Heilpraktikern dabei, den individuellen Therapieplan anzufertigen. Denn sie können auf Heilmethoden und Erfahrungswerte von anderen Betroffen aus der gleichen PMS-Gruppe zurückgreifen. Auf der anderen Seite erhoffen sich Wissenschaftler, hierdurch die Zusammenhänge des Prämenstruellen Syndroms besser zu verstehen. Schließlich ist es sehr wahrscheinlich, dass bei den Betroffenen eines PMS-Typs ähnliche oder gleiche Faktoren eine ursächliche Rolle spielen. Und auch Sie selber können gezielter gegen Ihre Beschwerden vorgehen, wenn Sie wissen, welcher PMS-Typ Sie sind.

PMS Typen: 4 + 2

Da sich allerdings nicht alle PMS Beschwerden der Frauen in die vier Kategorien einteilen lassen, sind viele Wissenschaftler dazu übergegangen, zwei weitere Typen aufzuführen. Zum einen sind es die Betroffenen, deren stärkste Symptomen überhaupt nicht zu den beschriebenen passen (PMS-O), zum anderen die Frauen, die Beschwerden aus mehreren der Gruppen haben (PMS-T) 1.

Anhand des unten aufgeführten Schemas können Sie selber herausfinden, zu welcher PMS-Gruppe Sie gehören:

PMS-A (Anxiety = Angst)
Stimmungsschwankungen, Angst, Wut, Nervosität, Aggression und Reizbarkeit

PMS-C (Craving = Verlangen)
Heißhunger (vor allem auf Süßes), Appetitsteigerung, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen

PMS-D (Depression = Depression)
Depressive Verstimmungen, Weinerlichkeit, Lethargie und Schlafstörungen

PMS-H (Hyperhydration = Wassereinlagerungen)
Ödembildung (Wassereinlagerungen), Brustspannen und Gewichtszunahme

PMS-O (Other = Sonstiges)
Die Leitsymptome entsprechen keinem der oben aufgeführten Typen

PMS-T (Total Overall Symptoms = Gesamtsymptome)
Es treten verschiedene Symptome aus mehreren Gruppen auf

Wissenschaftler vermuten, dass der Hormonhaushalt bei den verschiedenen PMS-Typen auf unterschiedliche Weise aus dem Gleichgewicht geraten ist. Blutuntersuchungen und Speicheltests der Patientinnen erhärten diese Annahme. Die bisher bekannten Zusammenhänge sind im Folgenden vorgestellt:

PMS-A

Bei den Betroffenen ist tielweise der Östrogenspiegel in der zweiten Zyklushälfte erhöht, was unter anderem auf einen Vitamin-B-Mangel hindeuten kann. Oft sind die gesteigerten Östrogenmengen an einen zu niedrigen Progesteronspiegel gekoppelt, was die Beschwerden noch verstärkt. Das Ungleichgewicht führt dazu, dass vermehrt Adrenalin und Serotonin ausgeschüttet werden. Das Stresshormon Adrenalin, das ursprünglich ein rasches Handeln in Gefahrsituation möglich macht (Flucht oder Kampf), verursacht unter anderem Aggressivität, Angst und Nervosität.

Das Glückshormon Dopamin wird durch das Ungleichgewicht von Östrogen zu Progesteron hingegen in zu geringem Maße gebildet. Den Betroffenen können Entspannungsübungen und Spaziergänge helfen, die Beschwerden in Schach zu halten.

PMS-C

PMS Typen PMS-CDer gesteigerte Appetit auf Kohlenhydrate entsteht wahrscheinlich, weil bei den Betroffenen in der zweiten Zyklushälfte der Blutzuckerspiegel stark abfällt. Dies führt zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Raffinierter Zucker und Schokolade können den Blutzuckerspiegel nur kurzfristig erhöhen, so dass es bald wieder zu Hungergefühlen kommt. Milch, Obst, Hülsenfrüchte und Nudeln aus Hartweizen steigern den Blutzuckerspiegel hingegen langsam, so dass das Sättigungsgefühl länger anhält.

PMS-D

PMS Typen PMS-DObwohl die depressiven Verstimmungen oft mit Angstgefühlen einhergehen, stellt dieser PMS-Typ PMS-D das Gegenteil von PMS-A dar. Denn hier ist vermutlich der Östrogenspiegel erniedrigt, während verhältnismäßig zu viel Progesteron vorhanden ist. Stress kann den Östrogenspiegel ebenso herabsetzen wie ein Mangel an verschiedenen Nährstoffen. Sport und Bewegung helfen oftmals dabei, die negativen Gedanken zu vertreiben, gleiches kann eine Nahrungsumstellung auf gesunde Lebensmittel und regelmäßige Mahlzeiten bewirken. Sollten Ihre Depressionen allerdings so weit gehen, dass Sie manchmal sogar Selbstmordgedanken hegen, so suchen Sie dringend einen Spezialisten auf!

PMS-H

Bei dieser PMS-Gruppe ist möglicherweise, genau wie bei PMS-A, ein erhöhter Östrogenwert im Verhältnis zum abfallenden Progesteronspiegel zu beobachten. Auf der anderen Seite kann der Östrogenspiegel bei den Betroffenen allerdings auch starken Schwankungen unterworfen sein. Die vergleichsweise große Östrogenmenge begünstigt die Ausschüttung der Hormone Serotonin und Aldosteron. Letzteres sorgt dafür, dass die Nieren weniger Flüssigkeit ausscheiden. Serotonin erhöht die Durchlässigkeit der Blutgefäße, so dass mehr Flüssigkeit in die Gewebe eindringen kann.

Das zurückgehaltene Wasser lagert sich in den Beinen, im Bauch und in den Brüsten ein, was nicht nur zu Spannungen und Völlegefühlen, sondern auch zu einer Gewichtszunahme führt. Obwohl der Körper also zu viel Wasser speichert, hilft es meist, noch mehr zu trinken. Denn hierdurch wird die Nierentätigkeit angeregt, was eine größere Flüssigkeitsausscheidung zur Folge hat.

  1. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9861593
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