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Progesteron

Das auch als Gelbkörperhormon bezeichnete Progesteron, das immer wieder mit dem PMS Syndrom in Verbindung gebracht wird, ist ein wichtiger Botenstoff im weiblichen Körper. Das Sexualhormon, das vor allem während der zweiten Zyklushälfte von den Resten des gesprungenen Eibläschens (dann als Gelbkörper bezeichnet) produziert wird, sorgt unter anderem gemeinsam mit Östrogen für die Verdickung und die Nährstoffversorgung der Gebärmutterschleimhaut. Kommt es in einem Zyklus zu keiner Befruchtung, so verkümmert der Gelbkörper und die Progesteronproduktion nimmt stetig ab, wodurch die Menstruationsblutung ausgelöst wird.

PMS ProgesteronNistet sich hingegen ein Embryo in der Gebärmutter ein, so signalisiert dieser dem Gelbkörper, weiterhin Progesteron zu bilden, um die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten. Etwa nach sieben bis acht Schwangerschaftswochen übernimmt die Aufgabe der Progesteronproduktion zunehmend die Plazenta (Mutterkuchen). Auch unsere Nebennieren stellen Progesteron her, allerdings in weitaus geringeren Mengen.

Progesteron sorgt für einen Anstieg der morgendlichen Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) um circa 0,5 °C. Daher kann anhand einer Temperaturkurve der Zeitpunkt des Eisprungs nachträglich recht sicher festgestellt werden. Dies wird nicht nur zur natürlichen Empfängnisverhütung und bei einem Kinderwunsch ausgenutzt, sondern kann auch Frauen helfen, die am PMS Syndrom leiden. Denn so können sie ganz genau beurteilen, ob alle Symptome wirklich mit der Lutealphase zusammenfallen und bemerken auch Unregelmäßigkeiten ihres Zyklus einfacher.

Damit das Gelbkörperhormon die Funktionen der Zielzellen beeinflussen kann, sind so genannte Progesteronrezeptoren nötig. Denn Progesteron setzt, indem es an die genau zu dem Hormon passenden Bindungsstellen der Rezeptoren andockt, einen spezifischen Signalweg in Gang. Progesteronrezeptoren wurden nicht nur in den weiblichen Geschlechtsorganen, sondern unter anderem auch im Gehirn sowie in Nerven- und Knochenzellen entdeckt. Obwohl viele Wirkungen von Progesteron noch unerforscht sind, ist also sehr wahrscheinlich, dass der Botenstoff auch in diesen Geweben wichtige Aufgaben ausführt.

Progesteron und PMS

Oft stellen Mediziner bei Frauen, die an verschiedensten PMS Symptomen leiden, einen Progesteronmangel fest. Da Progesteron gemeinsam mit Östrogen den Menstruationszyklus reguliert, führt ein Mangel dazu, dass das gesamte, sehr sensible Gleichgewicht des weiblichen Hormonhaushalts durcheinandergeraten kann. Vor allem Alternativmediziner bringen einen erniedrigten Progesteronspiegel während der zweiten Zyklushälfte mit vielen PMS Symptomen, etwa mit Depressionen und mit Migräne, mit Schilddrüsenerkrankungen und mit Schlafstörungen in Verbindung. Da bei einem Progesteronmangel das Verhältnis zum Östrogen hin verschoben ist, spricht man von einer Östrogen-Dominanz.

Mit Progesteron PMS Symptome lindern?

MönchspfefferObwohl viele Wissenschaftler bereits untersucht haben, ob eine Progesteron-Gabe PMS Symptome lindern kann, sind die Ergebnisse recht widersprüchlich. Übersichtsartikel, die die unterschiedlichen Studien hinterfragt haben, kommen daher zu dem Schluss, dass nach dem heutigen Stand der Wissenschaft bisher nicht eindeutig geklärt ist, ob Progesteron beim PMS Syndrom wirkt 1.

Um den Progesteronhaushalt auf sanfte Weise zu stabilisieren, eignen sich zum einen pflanzliche Mönchspfeffer Präparate. Auch viele andere Pflanzen enthalten so genannte Phytohormone, die sich, aufgrund ihrer ähnlichen Struktur, positiv auf einen Progesteronmangel auswirken können. Auf der anderen Seite gibt es Salben und Tabletten, die natürliches Progesteron enthalten und häufig eingesetzt werden, um PMS Symptome zu lindern.

Mit synthetischen Gestagenen PMS Symptome lindern

Progesteron gehört zu den Gestagenen, die wiederum der Klasse der Steroidhormone zugeordnet werden. Bei einer Hormontherapie zur gezielten Behandlung von PMS Symptomen, aber auch bei der Antibabypille, werden meistens synthetische Gestagene eingesetzt. Diese sind dem Progesteron sehr ähnlich, können allerdings auch andere, teils negative Eigenschaften haben. So zeigen groß angelegte Studien, dass sie das Brustkrebsrisiko deutlich erhöhen und auch andere schwerwiegende Nebenwirkungen haben können 2. Daher ist ihr Einsatz nicht unumstritten.

  1. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19370587
  2. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21414337
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