PMS Progesteron

Menstruationszyklen und PMS

Ist die Anzahl der Menstruationszyklen entscheidend für PMS? Ein aus dem Gleichgewicht geratener Hormonhaushalt, zu viel Stress oder eine falsche Ernährung – Forscher kennen viele Gründe, die möglicherweise zu dem Prämenstruellen Syndrom führen. Doch wie kann es sein, dass hierzulande so viele Frauen leichte bis schwere PMS-Symptome während der zweiten Zyklushälfte aufweisen?

Fast scheint es so, als sei es völlig normal, sich regelmäßig mit unangenehmen Wassereinlagerungen, extremen Verstimmungen und unerträglichen Schmerzen herumzuschlagen. Um dies zu überprüfen, befragten mehrere Forschergruppen verschiedene Frauen zu auftretenden PMS-Symptomen und setzten dies in Verbindung zu den jeweiligen Lebensumständen.

PMS, Menstruation und Schwangerschaft
PMS, Menstruation und Schwangerschaft

So zeigte sich beispielsweise bei einer Untersuchung, an der 400 Frauen aus Niger teilnahmen, dass es zwischen traditioneller und moderner Lebensweise einen signifikanten Unterschied bei der Ausprägung der PMS-Symptome gibt. Bei der ländlichen Bevölkerung, die sehr ursprünglich lebt und oft des Lesens und Schreibens nicht mächtig ist, kommen demnach häufig gar keine oder nur sehr schwache Beschwerden vor. Bei gebildeten Frauen aus den Städten sind die Symptome nach eigenen Aussagen hingegen wesentlich stärker ausgeprägt.

Doch noch etwas Offensichtliches fiel den Wissenschaftlern ins Auge: Die traditionell lebenden Frauen hatten insgesamt viel mehr Kinder als die anderen, so dass der Menstruationszyklus – und damit das Auftreten von PMS – durch Schwangerschaft, Stillzeit und eine direkt an das Abstillen folgende erneute Schwangerschaft häufig unterbrochen war 1.

Dies führt bei vielen Forschern zu der Vermutung, dass der Mensch ursprünglich nicht für so viele Menstruationszyklen geschaffen ist, wie wir sie in der modernen Zeit erleben. Denn eine Frau aus einem Industrieland hat durchschnittlich im Laufe ihres Lebens etwa 500 Monatszyklen. Bei Naturvölkern sind es, Berichten zufolge, etwa zwei Drittel weniger 2. Schätzungen gehen sogar davon aus, dass Frauen in der Steinzeit lediglich etwa 20 Menstruationszyklen während ihres (recht kurzen) Lebens hatten. Es könnte also sein, dass allein die gesteigerte Häufigkeit der Hormonschwankungen die Wahrscheinlichkeit für ein Durcheinandergeraten des natürlichen Gleichgewichts erhöht.

Andere Wissenschaftler gehen hingegen davon aus, dass viele weitere Faktoren dazu führen, dass in Industrieländern entscheidend mehr Frauen an PMS leiden als in Naturvölkern: Moderne Frauen sind viel stärkeren Umweltbelastungen ausgesetzt, ernähren sich ungesünder und bewegen sich weniger. Sie haben vielleicht auch mehr Stress beziehungsweise weniger mentalen Ausgleich als Frauen mit traditioneller Lebensweise oder fühlen sich den Anforderungen und der Doppelbelastung durch Familie und Beruf nicht gewachsen.

  1. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3445335
  2. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11239613
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