Neue Forschung aus Bangladesch bringt ein überraschendes Naturheilmittel ins Spiel: Nigella sativa, auch bekannt als Schwarzkümmel, zeigt in einer randomisierten, doppelblinden Studie signifikante Wirkung gegen prämenstruelle Beschwerden.

Premenstruelles Syndrom (PMS) betrifft Millionen Frauen weltweit und beeinträchtigt Lebensqualität, Stimmung und Produktivität in der Lutealphase. Während viele Nährstoffe und Botanika bereits untersucht wurden, rückt nun ein traditionelles Gewürz aus dem Nahen Osten und Südasien in den Fokus der Wissenschaft: Nigella sativa (Schwarzkümmel).

Die Studie: RCT aus Bangladesch (2025)

Forschende der Jagannath University und der BRAC University in Dhaka, Bangladesch, veröffentlichten 2025 in BioMed Research International eine randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studie zur Wirkung von Schwarzkümmelsamen auf PMS-Symptome.

Studiendesign:

  • Teilnehmerinnen mit mittleren bis schweren PMS-Symptomen (nach PSST-Fragebogen)
  • Randomisierte Zuordnung zu Schwarzkümmel- oder Placebo-Gruppe
  • Dosierung: Zwei Kapseln einmal täglich über zwei Menstruationszyklen
  • Symptomtracking mittels DRSP (Daily Record of Severity of Problems)

Ergebnisse: Signifikante Verbesserung durch Hormonmodulation

Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Nach zwei Monaten Schwarzkümmel-Supplementation zeigte sich im Vergleich zur Placebo-Gruppe:

  • Signifikante Erhöhung der Serum-Estradiol-Konzentration (p < 0,05)
  • Signifikante Reduktion der Gesamt-PMS-Symptomscores (p < 0,05)
  • Verbesserung sowohl physischer als auch emotionaler Symptome

Die Forscherinnen schließen daraus, dass Schwarzkümmel seine Wirkung über mehrere Mechanismen entfaltet: durch hormonelle Unterstützung (Estradiol-Anstieg), entzündungshemmende Eigenschaften und antioxidative Wirkung.

Warum Schwarzkümmel? Die traditionelle und moderne Perspektive

Nigella sativa wird seit Jahrtausenden in der traditionellen Medizin des Nahen Ostens und Südasiens verwendet. Die Samen enthalten Thymochinon, ein potentes Bioaktivmolekül mit nachgewiesenen antiinflammatorischen, antioxidativen und immunmodulatorischen Eigenschaften.

Moderne Forschung bestätigt zunehmend die traditionelle Verwendung. Für Frauen mit PMS könnte Schwarzkümmel eine vielversprechende Ergänzung zu bereits etablierten Nährstoffen wie Magnesium, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren sein.

Was bedeutet das für Betroffene?

Die Studie ist ein Pilotprojekt, das weitere Forschung rechtfertigt. Für Frauen mit PMS ist Schwarzkümmel ein natürlicher Ansatz, der – wie alle Supplemente – am besten in Absprache mit einer Ärztin oder einem Heilpraktiker eingesetzt wird.

PubMed-Link: PMID 41267796 | DOI: 10.1155/bmri/9811666

Quelle: Afrin F et al., BioMed Research International, 2025