Safran gegen PMS: Meta-Analyse 2026 bestätigt signifikante Symptomreduktion durch Crocus sativus
Das prämenstruelle Syndrom (PMS) betrifft Millionen von Frauen weltweit – und die Suche nach wirksamen, gut verträglichen Therapien ist mühsam. Während viele Betroffene auf Schmerzmittel, hormonelle Präparate oder Antidepressiva zurückgreifen, rückt zunehmend ein überraschendes Naturprodukt ins Licht der Forschung: Safran, das rotgoldene Gewürz aus der Krokusblüte (Crocus sativus). Eine brandneue Meta-Analyse aus dem Jahr 2026 liefert nun robuste Evidenz für seine Wirksamkeit bei PMS und Regelschmerzen.
Studiendesign: Was wurde untersucht?
Die Forscher Mohammad Mehdi Mohammadi und Zohreh Karimi von der Kermanshah University of Medical Sciences im Iran führten eine systematische Übersicht und Meta-Analyse durch. Dazu durchsuchten sie die Datenbanken PubMed, Web of Science und Science Direct nach randomisierten klinischen Studien, die den Effekt von Safran auf PMS-Symptome oder Dysmenorrhö untersuchten.
Die Qualität der eingeschlossenen Studien wurde mit dem Cochrane Risk-of-Bias-Tool bewertet. Für die statistische Auswertung nutzten die Forscher ein Random-Effects-Modell, das heterogene Studienergebnisse berücksichtigt.
Ergebnisse: Zwei klare Signale
Die Meta-Analyse ergab zwei signifikante positive Effekte:
- PMS-Symptome: Safran reduzierte die prämenstruellen Symptome mit einem standardisierten Mittelwertsunterschied (SMD) von −0,64 (95-%-Konfidenzintervall: −0,84 bis −0,44). Das entspricht einer mittleren bis großen Effektstärke nach Cohen.
- Dysmenorrhö (Regelschmerzen): Auch bei schmerzhaften Perioden zeigte sich ein signifikanter Benefit mit einem SMD von −0,51 (95-%-KI: −1,01 bis −0,01).
Beide Effekte waren statistisch signifikant und konsistent über die eingeschlossenen Studien hinweg.
Wie wirkt Safran? Die Wirkmechanismen im Überblick
Safran enthält mehrere bioaktive Verbindungen, die für seine Wirkung bei PMS verantwortlich sein könnten:
- Crocin und Crocetin: Diese Carotinoide wirken antioxidant und entzündungshemmend – zwei Prozesse, die bei PMS eine zentrale Rolle spielen.
- Safranal: Das flüchtige Aromastoff liefert die charakteristische Note und zeigt neuroprotektive Eigenschaften.
- Picrocrocin: Verantwortlich für den bitteren Geschmack und möglicherweise beteiligt an der Serotonin-Modulation.
Darüber hinaus hemmt Safran die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin – ein Mechanismus, der auch bei klassischen Antidepressiva (SSRI/SNRI) zum Tragen kommt. Dies erklärt die positive Wirkung auf Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen in der Lutealphase.
Interpretation: Was bedeuten die Zahlen?
Ein SMD von −0,64 ist keine marginale Verbesserung. In der klinischen Forschung gilt alles über 0,5 als mittlere Effektstärke – vergleichbar mit dem Effekt vieler etablierter Behandlungen. Besonders wichtig: Die Effektstärke für PMS liegt deutlich über der für Dysmenorrhö, was darauf hindeutet, dass Safran vor allem die psychischen und emotionalen PMS-Symptome adressiert.
Für Frauen, die auf hormonelle Therapien verzichten möchten oder SSRI nicht vertragen, eröffnet Safran eine vielversprechende natürliche Alternative.
Einschränkungen: Was die Studie nicht zeigt
Wie bei jeder Meta-Analyse gilt: Die Qualität der Auswertung hängt von der Qualität der Einzelstudien ab. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Anzahl der eingeschlossenen RCTs begrenzt war und weitere hochwertige Studien notwendig sind, um Dosierung, Behandlungsdauer und Langzeitsicherheit zu klären.
Außerdem variierten die verwendeten Safran-Präparate und Dosierungen in den Einzelstudien, was die Vergleichbarkeit einschränkt.
Fazit: Ein Gewürz mit ernstzunehmendem Potenzial
Die Meta-Analyse von Mohammadi und Karimi (2026) liefert die bisher stärkste Evidenz dafür, dass Safran (Crocus sativus) sowohl bei PMS als auch bei Dysmenorrhö wirksam ist. Mit einer mittleren bis großen Effektstärke bei PMS und einem neurochemischen Wirkmechanismus, der dem von Antidepressiva ähnelt, positioniert sich das rotgoldene Gewürz als ernstzunehmende Option in der komplementären PMS-Therapie.
Für Betroffene, die nach natürlichen Alternativen suchen, ist Safran ein Thema, das man im Auge behalten sollte – idealerweise in Absprache mit der behandelnden Ärztin.
Quellenangabe:
Mohammadi MM, Karimi Z. Effect of saffron on premenstrual syndrome and dysmenorrhea: a systematic review and meta-analysis. Korean J Fam Med. 2026;47(1):69-80. doi:10.4082/kjfm.24.0259
PubMed-Link: PMID 41151539
Haftungsausschluss: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei starken PMS- oder PMDD-Symptomen sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt konsultieren.