Ein häufig unterschätzter Faktor bei der Linderung des prämenstruellen Syndroms (PMS) ist die Versorgung mit essenziellen Spurenelementen. Während Magnesium und Vitamin B6 bereits weithin bekannt sind, rückt nun ein weiterer Mineralstoff in den Fokus der Wissenschaft: Zink.
Die Studie: Ein umfassender Blick auf Zink
In einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse (veröffentlicht 2025) wurde die Wirksamkeit von Zink-Supplementen bei jungen Frauen mit PMS untersucht. Die Forscher werteten fünf randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) aus, um festzustellen, ob Zink tatsächlich eine signifikante Verbesserung der Symptomatik bewirkt.
Die Ergebnisse im Detail
Die Ergebnisse der Meta-Analyse sind eindeutig: Zink-Supplemente führen zu einer statistisch signifikanten Linderung sowohl physischer als auch psychischer Beschwerden.
- Physische Gesundheit: Die Probandinnen zeigten eine messbare Verbesserung ihres allgemeinen körperlichen Wohlbefindens (MD: 3,69; CI: 1,65 – 5,74; P = 0,0004) und eine Reduktion spezifischer körperlicher PMS-Symptome (MD: -0,79; CI: -1,39 – -0,20; P = 0,009).
- Psychische Stabilität: Besonders beeindruckend waren die Effekte auf die emotionale Ebene:
- Ärger und Aggressivität: Signifikante Abnahme (P = 0,005)
- Angstzustände: Deutliche Verbesserung (P = 0,04)
- Weinerlichkeit: Starke Reduktion (P < 0,0001)
- Kognitive Funktionen: Zink half den Frauen, sich besser zu konzentrieren (P = 0,02) und steigerte das Interesse an sozialen und beruflichen Aktivitäten (jeweils P = 0,005).
- Schlaf und Appetit: Massive Verbesserungen bei Schlaflosigkeit (P < 0,00001), weniger Heißhungerattacken (P = 0,0003), reduziertes Gefühl der Überforderung (P = 0,05).

Interpretation: Warum wirkt Zink?
Zink spielt eine zentrale Rolle in zahlreichen enzymatischen Prozessen im Körper. Es ist wichtig für die Immunfunktion, die Zellteilung und insbesondere für die Regulierung von Entzündungsprozessen. Im Kontext von PMS wird vermutet, dass Zink durch die Beeinflussung von Neurotransmittern und die Reduktion von systemischen Entzündungen die psychische Belastbarkeit erhöht und körperliche Spannungen lindert.
Einschränkungen der Studie
Wie bei jeder Meta-Analyse gibt es auch hier Vorbehalte. Die Anzahl der einbezogenen Studien war mit fünf relativ gering. Zudem variieren die Dosierungen in den verschiedenen Einzelstudien, was eine allgemeingültige Empfehlung für die „optimale Dosis“ erschwert. Dennoch ist die statistische Signifikanz über die verschiedenen Gruppen hinweg sehr hoch.
Fazit für die Praxis
Für Frauen, die unter einer Kombination aus körperlichen Schmerzen und emotionalen Schwankungen leiden, bietet Zink eine vielversprechende, natürliche Unterstützung. Es ergänzt hervorragend die bereits bekannten Therapien mit Magnesium und Vitamin B6.
Wichtig: Eine zu hohe Zinkzufuhr kann die Aufnahme anderer Mineralstoffe (insbesondere Kupfer) stören. Daher sollte die Supplementierung immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen.
Quellenangabe
Studiencitation:
A systematic review and meta-analysis examining the role of zinc supplementation in ameliorating physical and psychological manifestations of premenstrual syndrome in young females. PubMed ID: 40435711 (2025).
Originalquelle:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40435711/
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bitte besprechen Sie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer mit Ihrem Arzt.
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