Die indische Sängerin und Bigg-Boss-Star Neha Bhasin spricht offen über ihre PMDD-Diagnose – und den schmerzhaften Nebeneffekt der Behandlung: Body-Shaming wegen Medikamenten-bedingter Gewichtszunahme.

Neha Bhasin bei einem Event 2019
Sängerin Neha Bhasin spricht offen über PMDD und Body-Shaming. Bild: Bollywood Hungama / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Neha Bhasin ist eine der bekanntesten Stimmen Indiens. Mit Hits wie „Kuch Khaas Hai“ und Teilnahmen an Reality-Shows wie Bigg Boss OTT hat sie Millionen Fans. Doch hinter dem Glamour der Bollywood-Welt verbirgt sich ein Kampf, den sie erst kürzlich öffentlich machte: Premenstruelle Dysphorische Störung (PMDD) – kombiniert mit den psychischen Folgen von Body-Shaming.

„Nach Jahren des Wissens, dass etwas nicht stimmt…“

In einem emotionalen Instagram-Post im August 2024 öffnete sich Neha Bhasin ihrer Community. „Ich fühle mich nicht sehr wohl dabei, auf diese Weise über mein Leben zu schreiben“, gestand sie. „Aber es kann unfair sein, in Schmerz zu sein und zusätzlichem Schmerz ausgesetzt zu werden – und erwartet zu werden, dass ich das alles schweigend ertrage.“

Die 41-jährige Sängerin berichtet, dass sie bereits seit ihrer Teenagerzeit mit PMDD-Symptomen zu kämpfen hatte. Die Diagnose wurde jedoch erst vor kurzem offiziell gestellt – eine Erfahrung, die Millionen von Frauen teilen: Im Durchschnitt dauert es bis zu 12 Jahre, bis PMDD korrekt diagnostiziert wird.

PMDD und die dunkle Seite der Medikation

Was Neha Bhasins Geschichte besonders macht: Sie spricht nicht nur über die psychischen Symptome von PMDD, sondern auch über die Nebenwirkungen der Behandlung. In einem Interview mit Hindustan Times berichtete sie, dass sie wegen ihrer Medikamente zugenommen hatte – und dafür öffentlich beschämt wurde.

„Ich wurde body-geshamed, als ich wegen der Medikamente zugenommen habe“, sagte sie. Diese Erfahrung traf sie doppelt hart: Einerseits kämpfte sie mit den bereits belastenden Symptomen von PMDD – Stimmungsschwankungen, Angstzuständen, depressiven Verstimmungen. Andererseits wurde sie für etwas kritisiert, das direkte Folge ihrer notwendigen medizinischen Behandlung war.

Essstörung als Begleiterscheinung

Noch erschreckender: Neha Bhasin berichtet auch von einer Ernährungsstörung, die im Zusammenhang mit ihrer PMDD stand. Die Kombination aus hormonellen Schwankungen, psychischem Stress und der öffentlichen Kritik führte bei ihr zu einem komplexen Krankheitsbild, das weit über typische PMS-Symptome hinausging.

Dies zeigt ein wichtiges, aber oft übersehenes Phänomen: PMDD geht häufig mit weiteren psychischen Erkrankungen einher. Studien zeigen, dass bis zu 40% der PMDD-Betroffenen auch unter Angststörungen oder Depressionen leiden – und die stigmatisierende Gesellschaft macht es nicht leichter, sich Hilfe zu holen.

Was hilft Neha Bhasin?

Neha Bhasin setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz:

1. Keto-Diät für die mentale Gesundheit

Besonders überraschend: Ihr Psychiater riet ihr zur Ketogenen Diät. Diese extrem kohlenhydratarme Ernährung wird zunehmend in der psychiatrischen Forschung untersucht – insbesondere bei Stimmungsstörungen und neurologischen Erkrankungen. Die Keto-Diät kann die Neurotransmitter-Balance positiv beeinflussen und Entzündungsprozesse im Gehirn reduzieren.

2. Lifestyle-Anpassungen

Regelmäßige Bewegung, Yoga und Meditation helfen ihr, Stress zu managen und die PMDD-Symptome zu lindern. Besonders in der Lutealphase – der Zeit vor der Periode – achtet sie verstärkt auf Selbstfürsorge.

3. Medikamentöse Behandlung

Trotz der Nebenwirkungen bleibt die medizinische Behandlung ein wichtiger Pfeiler. Bei schwerer PMDD sind SSRI-Antidepressiva oft die erste Wahl. Sie können symptomatisch eingenommen werden – nur in der Lutealphase – oder durchgehend.

4. Natürliche Supplemente

Für Frauen, die nach natürlichen Unterstützungsmöglichkeiten suchen, können bestimmte Nahrungsergänzungsmittel Linderung verschaffen. Eine umfassende Übersicht bietet unser amitamin PMS Redux Testbericht.

Warum Nehas Offenheit so wichtig ist

Indien ist ein Land, in dem menstruationsbezogene Themen traditionell tabuisiert werden. Dass eine öffentliche Persönlichkeit wie Neha Bhasin nicht nur über PMDD spricht, sondern auch über die dunklen Seiten der Behandlung – Gewichtszunahme, Body-Shaming, Essstörungen – bricht mehrere Stigmata gleichzeitig.

Ihre Worte erreichen Millionen von Frauen in Südasien und weltweit. Sie zeigt: PMDD ist real. Die Behandlung kann Nebenwirkungen haben. Und Body-Shaming ist nie okay – egal aus welchem Grund.

Fazit: Du bist nicht allein – und du verdienst keine Scham

Neha Bhasins Geschichte ist ein kraftvolles Statement gegen das Stigma um PMDD und mentaler Gesundheit. Sie erinnert uns daran, dass Prominente auch Menschen sind – mit denselben Kämpfen, Ängsten und Herausforderungen wie wir alle.

Wenn du dich in Nehas Beschreibung wiedererkennst – wenn auch du unter schweren prämenstruellen Symptomen leidest und vielleicht sogar für Dinge beschämt wurdest, die außerhalb deiner Kontrolle liegen – dann wisse: Du bist nicht allein. Du verdienst Hilfe. Und du verdienst es, mit Respekt behandelt zu werden.

PMDD ist eine anerkannte medizinische Erkrankung. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Suche nach Unterstützung. Und denke daran: Es gibt Wege, die Symptome zu lindern – mit oder ohne Medikamente.

Quellen

  • Hindustan Times: „Neha Bhasin talks about her battle with PMDD“ (August 2024)
  • NDTV: „Singer Neha Bhasin Shares Her Battle With PMDD And Eating Disorder“ (November 2024)
  • Indian Express: „Singer Neha Bhasin reveals her psychiatrist told her to try keto for mental health“ (2024)
  • Neha Bhasin Instagram (@nehabhasin4u)

Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf PMDD oder andere gesundheitliche Beschwerden wende dich bitte an eine qualifizierte Ärztin oder einen qualifizierten Arzt. Die Keto-Diät sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt begonnen werden.

Bild: Neha Bhasin 2019 | Quelle: Bollywood Hungama / Wikimedia Commons, CC BY 3.0