Rosanna Pansino kennt fast jeder — mit über 14 Millionen YouTube-Abonnenten ist sie eine der erfolgreichsten Creatorinnen der Plattform. Bekannt wurde sie durch ihre Backshow „Nerdy Nummies“, in der sie aufwendige Torten und Kekse zu Film- und Gaming-Themen backt. Doch hinter der fröhlichen Fassade kämpft die 39-jährige Amerikanerin seit Jahren mit etwas, das viele Frauen nur zu gut kennen: der prämenstruellen dysphorischen Störung, besser bekannt als PMDD.

„Mein Leben stand komplett still“

Im September 2024 machte Pansino ihre Diagnose öffentlich. In einem emotionalen Social-Media-Post teilte sie mit, dass bei ihr eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDD) diagnostiziert wurde — eine besonders schwere Form des prämenstruellen Syndroms, die etwa 3-8 % aller menstruierenden Frauen betrifft.

„Ich habe Pläne für ganze Wochen absagen müssen“, schrieb Pansino. Besonders alarmierend: Ihre Symptome waren so schwer, dass sie zweimal die Notaufnahme aufsuchen musste. Was viele als „normales PMS“ abtun, war für sie eine monatliche Krise — mit massiven Stimmungsschwankungen, Angstzuständen und körperlichen Symptomen, die sie komplett aus der Bahn warfen.

Der Kampf um eine normale Routine

Im September 2025 gab Pansino ein weiteres Update — und es war kein gutes. Ihre PMDD-Symptome hatten sich verschlimmert. „In letzter Zeit sind meine PMDD-Symptome viel schlimmer geworden und haben meine Fähigkeit, ein normales Leben zu führen, komplett gestört“, teilte sie auf Facebook mit.

Sie kündigte an, eine Social-Media-Pause einzulegen, um sich voll auf ihre Behandlung zu konzentrieren. Eine mutige Entscheidung für jemanden, dessen Karriere stark von regelmäßigen Posts und Content lebt. Pansino gab auch bekannt, dass sie mit einer Hormonspezialistin zusammenarbeitet, um einen neuen Behandlungsplan zu entwickeln.

Was ist PMDD überhaupt?

Die prämenstruelle dysphorische Störung ist nicht einfach nur „schlimmeres PMS“. Sie ist eine offiziell anerkannte psychiatrische Diagnose im DSM-5 und zeichnet sich durch schwere emotionale und körperliche Symptome in der Lutealphase (der Zeit nach dem Eisprung bis zur Menstruation) aus. Typische Symptome sind:

  • Starke Reizbarkeit und Wutausbrüche
  • Depressive Verstimmungen bis hin zu Suizidgedanken
  • Panikattacken und Angstzustände
  • Konzentrationsprobleme
  • Extreme Müdigkeit und Schlafstörungen
  • Körperliche Beschwerden wie Gelenkschmerzen und Blähungen

Was PMDD von PMS unterscheidet: Die Symptome sind so schwer, dass sie das tägliche Leben massiv beeinträchtigen — genau wie Pansino es beschreibt.

Warum Offenheit so wichtig ist

Dass eine so erfolgreiche Creatorin wie Rosanna Pansino offen über ihre PMDD spricht, ist enorm wertvoll. Zu viele Frauen leiden im Stillen, weil sie denken, „das gehört halt dazu“ oder weil sie befürchten, nicht ernst genommen zu werden. Pansinos Offenheit zeigt: PMDD ist real, es ist behandelbar, und niemand muss sich dafür schämen.

Sie reiht sich damit in eine wachsende Liste prominenter Frauen ein, die das Tabu brechen — von Lili Reinhart über Jameela Jamil bis zu Gwyneth Paltrow. Pansino bringt dabei eine besonders wichtige Perspektive ein: Als YouTuberin, die täglich nahbar und authentisch mit ihrem Publikum kommuniziert, erreicht sie eine junge Zielgruppe, die für das Thema sensibilisiert werden muss.

Behandlungsoptionen bei PMDD

Pansino arbeitet mit einer Hormonspezialistin an einem individuellen Behandlungsplan. Die üblichen Behandlungsansätze bei PMDD umfassen:

  • SSRI-Antidepressiva (wie Fluoxetin oder Sertralin) — oft die erste Wahl
  • Hormonelle Therapien zur Unterdrückung des Eisprungs
  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT)
  • Lebensstil-Anpassungen: Ernährung, Bewegung, Stressmanagement
  • Nahrungsergänzungsmittel: Studien zeigen, dass bestimmte Mikronährstoffe wie Calcium, Vitamin B6 und Magnesium helfen können. Auch spezielle PMS-Präparate wie amitamin PMS Redux setzen auf eine Kombination wissenschaftlich untersuchter Wirkstoffe.

Wichtig ist: Welche Behandlung funktioniert, ist individuell verschieden. Was bei einer Frau Wunder wirkt, hilft einer anderen kaum. Deshalb ist Pansinos Ansatz, mit einer Spezialistin zusammenzuarbeiten, genau richtig.

Fazit

Rosanna Pansinos Geschichte zeigt, dass PMDD keine Prominente verschont — und dass selbst erfolgreiche, selbstbewusste Frauen monatlich gegen unsichtbare Dämonen kämpfen können. Ihre Entscheidung, die Öffentlichkeit mitzunehmen und gleichzeitig Grenzen zu setzen (die Social-Media-Pause), ist ein starkes Signal: Gesundheit geht vor Karriere, Offenheit hilft mehr als Schweigen.

Für alle Frauen, die ähnliches erleben: Ihr seid nicht allein. Sprecht mit Ärztinnen und Ärzten, sucht euch Unterstützung, und denkt daran — PMDD ist eine echte Erkrankung, keine persönliche Schwäche.

Quellen

  • Wikipedia-Eintrag zu Rosanna Pansino (Gesundheitsabschnitt)
  • Pansinos Social-Media-Posts vom September 2024 und September 2025
  • DSM-5 Kriterien zur prämenstruellen dysphorischen Störung

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf PMDD oder PMS wende dich bitte an eine qualifizierte Ärztin oder einen Arzt.

Bild: Vlogbrothers, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons