Molly-Mae Hague ist eine der bekanntesten Influencerinnen Großbritanniens. Mit über 8 Millionen Instagram-Followern und als Runner-up bei Love Island 2019 hat sie eine riesige Fangemeinde aufgebaut. Doch hinter den perfekt inszenierten Social-Media-Posts verbirgt sich ein jahrelanger Kampf – gegen die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDD).

Von Love Island zum PMDD-Aktivisten

Molly-Mae Hague wurde 1999 in Hertfordshire, England geboren. Sie erlangte 2019 durch ihre Teilnahme an der fünften Staffel von Love Island nationale Bekanntheit, wo sie als Runner-up zusammen mit ihrem damaligen Partner – und heutigen Verlobten – Tommy Fury abschnitt. Doch während ihre Karriere als Influencerin und Unternehmerin (sie gründete 2024 die Modemarke Maebe) stetig aufstieg, kämpfte sie im Privaten mit etwas, das Millionen Frauen kennen: monatliche Stimmungstiefs, die weit über „normales PMS“ hinausgingen.

Die PMDD-Diagnose: Als die Dämme brachen

Im Jahr 2023 machte Molly-Mae ihre PMDD-Diagnose öffentlich. In emotionalen Social-Media-Posts und Interviews sprach sie erstmals offen über die Auswirkungen der Erkrankung auf ihr Leben. PMDD betrifft etwa 3–8 % aller menstruierenden Menschen und zeichnet sich durch schwere emotionale und physische Symptome in der Lutealphase aus – den Tagen vor der Menstruation.

Typische PMDD-Symptome, über die Molly-Mae sprach:

  • Extreme Reizbarkeit und Wutausbrüche, die ihr eigenes Verhalten schockierten
  • Depressive Verstimmungen und Gefühle der Hoffnungslosigkeit
  • Massive Angstzustände und Panikattacken
  • Konzentrationsprobleme, die ihre Arbeit als Influencerin erschwerten
  • Extreme Müdigkeit und Schlafstörungen
  • Körperliche Beschwerden wie Brustspannen und Blähungen

Mutterschaft und PMDD: Ein besonderer Aspekt

Was Molly-Maes Geschichte besonders macht: Sie bekam 2023 ihre Tochter Bambi. Die Mutterschaft veränderte ihre PMDD-Erfahrung dramatisch. In Interviews erzählte sie, dass die hormonellen Schwankungen nach der Geburt ihre PMDD-Symptome zeitweise verschlimmerten. Gleichzeitig gab ihr die Mutterschaft einen neuen Grund, ihre Gesundheit ernst zu nehmen.

„Ich wusste, dass ich für Bambi stark sein muss, aber manchmal fühlte sich mein Körper wie ein Gefängnis an“, gestand sie in einem Podcast-Interview. Die Kombination aus postpartalen Hormonschwankungen und PMDD war eine Herausforderung, die sie fast überforderte.

Was Molly-Mae hilft: Ihr Behandlungsansatz

Molly-Mae Hague macht kein Geheimnis daraus, dass sie professionelle Hilfe in Anspruch nimmt. Sie spricht offen über:

  • Therapie: Regelmäßige Gespräche mit einer Psychologin
  • Medikamentöse Unterstützung: In Absprache mit Ärztinnen
  • Zyklus-Tracking: Sie plant ihre Social-Media-Posts und Termine um ihre schwierigen Tage herum
  • Selbstfürsorge: Bewusste Entschleunigung während der Lutealphase
  • Offenheit: Das Teilen ihrer Erfahrungen mit Millionen Followern

Warum ihre Offenheit so wichtig ist

Wenn eine der erfolgreichsten britischen Influencerinnen sagt: „Ich habe PMDD und es ist okay, nicht immer okay zu sein“ – dann verändert das etwas. Molly-Mae erreicht eine junge Zielgruppe, die für das Thema sensibilisiert werden muss. Sie zeigt, dass man trotz chronischer Erkrankung erfolgreich sein kann – aber auch, dass es keine Schwäche ist, Pausen einzulegen.

Besonders wichtig: Sie spricht über das medizinische Gaslighting, das viele PMDD-Betroffene erleben. Jahrelang wurden ihre Symptome als „nur normales PMS“ abgetan. Erst als sie selbst recherchierte und auf Fachärzte zuging, kam die richtige Diagnose.

Nahrungsergänzung bei PMS/PMDD

Neben therapeutischen und medikamentösen Ansätzen spielen auch Mikronährstoffe eine wichtige Rolle. Studien zeigen, dass bestimmte Nährstoffe wie Calcium, Magnesium, Vitamin B6 und Zink PMS-Symptome lindern können. Spezielle Präparate wie amitamin PMS Redux kombinieren wissenschaftlich untersuchte Wirkstoffe gezielt.

Fazit: Du bist nicht allein

Molly-Mae Hagues Geschichte erinnert uns daran, dass PMDD eine echte, ernsthafte Erkrankung ist – keine Befindlichkeit. Sie erinnert uns auch daran, dass es Hilfe gibt: Therapie, medikamentöse Behandlung, Lebensstilanpassungen und die Unterstützung durch Menschen, die zuhören.

Wenn du selbst unter starken PMS- oder PMDD-Symptomen leidest: Du bist nicht allein. Sprich mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen. Dokumentiere deine Symptome über mehrere Zyklen. Und denk daran: Deine Schmerzen sind real – lass dir von niemandem einreden, du würdest übertreiben.


Quellen:

  • Molly-Mae Hague: Social-Media-Posts und Interviews 2023–2024
  • Netflix-Dokumentation „At Home with the Furys“ (2023)
  • Podcast-Interviews über PMDD und Mutterschaft
  • DSM-5 Kriterien zur prämenstruellen dysphorischen Störung

Bild: Molly-Mae Hague bei den National Television Awards 2020. Foto: UKGossip TV, CC BY 3.0 (via Wikimedia Commons)

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Verdacht auf PMDD oder PMS wende dich bitte an eine qualifizierte Ärztin oder einen Arzt.