Frauen mit prämenstruellem Syndrom kennen das: Die Tage vor der Periode bringen nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch innere Unruhe, Reizbarkeit und ängstliche Spannung mit sich. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 bringt nun Licht ins Dunkel – und zeigt, dass zwei einfache Nährstoffe in Kombination besonders wirksam sein können.
Studiendesign: 31 RCTs mit über 3.000 Teilnehmerinnen
Die Studie von Robinson et al. (2024), veröffentlicht im Fachjournal Nutrition Reviews, analysierte 31 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 3.254 Teilnehmerinnen im Alter von 15 bis 50 Jahren. Die Forscher konzentrierten sich ausschließlich auf psychologische PMS-Symptome wie Depressionen, Angstzustände, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen.
Besonders hervor stach eine Crossover-Studie von De Souza et al. (2000): 44 britische Frauen mit PMS erhielten vier Wochen lang entweder Placebo, 200 mg Magnesium allein, 50 mg Vitamin B6 allein oder die Kombination beider Nährstoffe.
Ergebnisse: Synergistischer Effekt bei Angstsymptomen
Die Kombination aus Magnesium und Vitamin B6 zeigte einen synergistischen Effekt:
- Signifikante Reduktion angstbezogener Symptome (nervöse Anspannung, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Angst) mit p = 0,04
- Die Einzelsubstanzen zeigten schwächere Effekte
- Besonders betroffen: PMT-A-Symptome (Anxiety/Tension)
Biologischer Mechanismus: GABA und Serotonin
Die Autoren erklären die Wirkung über zwei Pfade:
- Vitamin B6 ist als Kofaktor an der Synthese von Serotonin und GABA beteiligt – beides Neurotransmitter, die für Stimmungsregulation und Entspannung zentral sind
- Magnesium moduliert GABA(A)-Rezeptoren und reduziert neuronale Übererregbarkeit
Bei PMS/PMDD wird vermutet, dass abfallende Progesteronspiegel in der späten Lutealphase die GABA-Rezeptor-Sensitivität verringern – hier setzt die Kombination an.
Einschränkungen der Studie
- Nur 1 von 31 Studien hatte niedriges Bias-Risiko
- Viele Studien mit kleinen Stichproben (oft <50 Teilnehmerinnen)
- Heterogene Messinstrumente und Dosierungen
- Langzeiteffekte (>6 Monate) nicht untersucht
Fazit: Vielversprechende nicht-pharmakologische Option
Für Frauen mit vorherrschenden Angst- und Spannungssymptomen könnte die kombinierte Einnahme von 200 mg Magnesium und 50 mg Vitamin B6 täglich eine sichere, nicht-pharmakologische Option darstellen. Die Autoren betonen jedoch, dass hochdosiertes Vitamin B6 (>100 mg/Tag langfristig) mit peripherer Neuropathie assoziiert ist – die Dosierung sollte daher bewusst gewählt werden.
Quellenangabe
Robinson J, Ferreira A, Iacovou M, Kellow NJ. Effect of nutritional interventions on the psychological symptoms of premenstrual syndrome in women of reproductive age: a systematic review of randomized controlled trials. Nutr Rev. 2024 Apr 29;83(2):280-306. doi: 10.1093/nutrit/nuae043. PMID: 38684926; PMCID: PMC11723155.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38684926/
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11723155/
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte medizinische Fachperson. Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung verwendet werden.